Gaumenfreuden : Limousin, Marche

Wenn man an die Küche im Limousin denkt, drängt sich zunächst
ihre Suppe auf. Auch in unseren Tagen hat man während der
Woche, selbst mittags, das Recht auf eine gute Limousin-Suppe.
Übrigens ist es verbreitet, einen Satz wie diesen zu hören :
"Kommt ins Haus die Suppe essen". Natürlich wird es nicht nur
Suppe geben, aber ihre Bedeutung spiegelt sich in der Sprache des
Alltags. «Après la soupe, un peu de vin tire un écu au médecin»
Frei übersetzt : "Nach der Suppe etwas Wein, lässt den Doktor
bald allein". Und der "Chabrol", der kräftige Schuss Wein in die
Suppe, beendet sie. Eine Tradition...eine Institution, wenn man so
will. Die zahlreichen Flüsse, die zahlreichen Teiche und Stauseen
machen das Limousin zu einer Region, wo es verbreitet ist, Fisch
zu essen. Forellen stehen, wohlverstanden, an vorderer Stelle, auch
wenn sie häufiger aus Fischzuchten, denn aus Flüssen kommen.
Wenn man gegen Ostern die Teiche ablässt, sind eine Menge Leute
da, die einen gefüllten Karpfen, einen Hecht, eine Schleie oder ein
Frikassee aus Rotaugen machen wollen. Nachdem während
festlicher Mahlzeiten der Fischgang beendet ist, geht man zum
Fleisch über. Tatsächlich gibt es davon nicht selten zwei Sorten,
am Erntetag, bei einer hochzeit oder Taufe. Wild, Geflügel oder
Schwein werden am häufigsten serviert. Nach den verschiedenen
Käsesorten geht man zum Dessert über, bei dem die Flaugnarde
und der Clafoutis zu Ruhm gekommen sind. Man kann das Mahl
mit einem Likör aus Aubusson, Aubazine, Bort-Les-Orgues,
Meymac, mit einem Suprême (Nusslikör) aus Brive oder aber mit
einem Zwetschgenschnaps bzw. Obstler beenden.